„Enttäuschend, dass hinter meinem Rücken gesprochen wird“

Tomasz Kakala kann eigentlich zufrieden sein. Der Trainer der A-Jugend und zweiten Mannschaft des SC Idar-Oberstein hat gerade mit dem Nachwuchsteam den Klassenerhalt in der Verbandsliga geschafft und ist mit der zweiten Mannschaft von der Bezirks- in die Landesliga aufgestiegen. Dass seine Laune trotzdem nicht am Siedepunkt ist, liegt an internen Abläufen im Verein, die ihn in der Rückrunde massiv gestört haben.

So ist ihm vor allem in seiner Funktion als Jugendcoach bitter aufgestoßen, dass nach einer guten Vorrunde, alle erwartet haben, dass es so weiterlaufen wird. Nachdem wichtige Spieler den Verein in der Winterpause verlassen hatten und es auch sportlich eine Phase mit mehreren Niederlagen setzte, mehrten sich die kritischen Stimmen in der Jugendabteilung des SC, von denen „Kuba“ aber nur über Dritte erfuhr. „Am meisten hat mich enttäuscht, dass hinter meinem Rücken über mich gesprochen wurde“, stellte er klar. „Ich hätte mir gewünscht, dass man mir die Kritik persönlich mitgeteilt und mir Unterstützung und Rückendeckung angeboten hätte.“ Auch die Bilanz im Jugendbereich falle im Moment noch ernüchternd aus. „Wir wollten Konkurrenz für Meisenheim und Morbach darstellen, davon sind wir im Moment weit entfernt“, konstatiert Kakala. Gründe dafür seien schwierig auszumachen, die Perspektive mit einer zweiten Mannschaft in der Landes- und einer ersten Mannschaft in der Oberliga seien eigentlich einzigartig. „Wir bezahlen im Moment für unsere schlechte Außendarstellung von vor ein paar Jahren“, fand er eine mögliche Erklärung.

Um diese zu ändern und neue Spieler zu verpflichten, sei der Aufstieg der zweiten Mannschaft ein wichtiger Schritt gewesen. „Für die Jungs, die nicht direkt den Sprung in die Oberliga schaffen, ist die Landesliga eigentlich die ideale Herausforderung“, befand er. Ob dies der Verein jedoch genauso sieht, müsse man abwarten. „Im Moment weiß ich nicht, ob man sich im Verein freut und stolz ist, oder ob das als Problem empfunden wird“, stellt der Trainer in Frage. Man müsse sich in Fragen finanzieller Unterstützung für die zweite Mannschaft „zusammensetzen und eine vernünftige Entscheidung treffen“. Im Fall des Co-Trainers Christian „Buffi“ Heidrich, der entscheidenden Anteil am Erfolg des Teams hatte und sowohl von Kakala als auch Spielern über die Maßen geschätzt wurde, ist bereits klar, dass er den Verein zum Saisonende verlassen muss. Eine Entscheidung die Kakala sehr bedauert.

Auch von seinen Spielern erwartet er mehr Engagement zur neuen Saison. „Es wird nicht mehr funktionieren, dass Spieler nur einmal die Woche trainieren“, stellte er klar. Das wissen seine Jungs aber. „Da braucht es mehr Eigeninitiative, zur Not müssen sich die Spieler, in der Stadt in der sie während der Woche studieren oder eine Ausbildung machen, einen Verein suchen, bei dem sie sich fit halten können.“ Auch wenn in dieser Saison der Austausch mit der ersten Mannschaft und ihrem Coach Murat Yasar sehr gut funktioniert habe und alle eingesetzten Spieler „mit Herz und hundertprozentigem“ Engagement bei der Sache waren, wolle er nächstes Jahr nicht in jedem Spiel mit sechs Oberliga-Spielern auflaufen. „Am Freitag haben wir alle zusammen eine Besprechung“, kündigte Kakala an. Es gibt wohl viel zu Bereden.

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