"Von einer mündlichen Zusage wussten wir nichts"

Die Wechsel von Danny Lutz und Enrico Willrich vom VfR Baumholder zum SC Idar-Oberstein zur kommenden Saison schlagen hohe Wellen. Der VfR hat umgehend reagiert und die beiden Spieler vom laufenden Spielbetrieb suspendiert.

Vor allem der Zeitpunkt und die Tatsache, dass beide eine mündliche Zusage für die nächste Saison abgegeben hatten, erzürnt die Westricher Gemüter. Der sportliche Leiter des SC, Martin Schneider, kann den Aufruhr beim VfR in Teilen nachvollziehen. „Wir haben die Spieler gefragt, ob sie Lust hätten bei uns Oberliga zu spielen“, erklärte Schneider. „Von einer mündlichen Zusage wussten wir nichts.“ Natürlich solle man auf ein Wort vertrauen, im Falle eines Angebots von einem höherklassigen Verein könne es jedoch immer passieren, dass die Spieler dann das Gespräch mit ihrem Verein suchten, um doch noch zu wechseln. „Ich kann nachvollziehen, dass das wehtut“, äußerte Schneider Verständnis für die VfR-Sichtweise. „Uns würde es genauso schwerfallen, wenn uns zu diesem Zeitpunkt Spieler verlassen würden.“ Aber man müsse auch die Sicht der Spieler berücksichtigen, die die Chance auf die Oberliga erhalten. „Unser Konzept ist es auf Spieler aus der Region zu setzen. Man stelle sich die Alternative vor, die Jungs wären nach Jägersburg gegangen“, betonte Schneider. „Wenn man Spieler aus der Region will, muss man sich auch bei Vereinen aus der Region bedienen.“

Der sportliche Leiter erwartet eine noch stärkere Oberliga im nächsten Jahr. „Dafür müssen wir auf jeder Position doppelt besetzt sein“, erläuterte er den Hintergrund der beiden Transfers. Alles andere sei fahrlässig. „Es ist nicht so, dass wir wahllos Spieler abgreifen. Hinter jedem Transfer steckt auch ein System.“

Dass der SC keinen vor Bekanntgabe der Transfers keinen Kontakt zu den VfR-Verantwortlichen aufgenommen habe, begründete Schneider damit, dass diese ihren Verein selbstständig über ihren Wechsel informieren wollten. „Dann bekommen die Dinge eine gewisse Dynamik“, begründete er den Zeitpunkt. Die Suspendierung der beiden könne er jedoch nicht nachvollziehen. „Ich bin mir sicher, dass sie bis zum letzten Spieltag, alles für den VfR gegeben hätten.“

Auch wenn die Wechsel bekanntgegeben sind, so sind die Transfers noch lange nicht über der Bühne. Die Vorstände müssen sich jetzt um die Ablösemodalitäten verständigen. „Es sind natürlich vom Verband Entschädigungen festgesetzt. Dabei geht es aber um Riesensummen“, erläuterte Schneider. „Es wäre natürlich wünschenswert eine Einigung zu erzielen, aber wenn man nicht auf einen Nenner kommt, gibt es immer noch die Möglichkeit den Spieler mit einem Amateurvertrag auszustatten.“ Auf einen Nenner kam man im Fall von Felix Ruppenthal vor knapp einem Jahr nicht. Der SC stattete Ruppenthal mit einem Amateurvertrag aus und die Westricher mussten ihren Leistungsträger ziehen lassen.  

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