Wenn der Grill-Donut zum Rettungsring wird

Dass Junggesellenabschiede häufig aus dem Ruder laufen, ist an sich noch keine Nachricht wert. Doch bei Christian Henns Junggesellenparty hatte diese Metapher bedrohlich konkrete Formen angenommen...

Henn, der jüngst mit dem SC Idar-Oberstein in die Oberliga aufgestiegen ist und am darauffolgenden Wochenende geheiratet hatte, wurde von seinen Freunden nach Saarbrücken eingeladen. Der Junggesellenabschied musste aufgrund der Aufstiegsspiele hinter die Hochzeit verschoben werden. Unter Henns Kumpels waren mit Andreas Forster und Florian Galle auch zwei seiner Teamkollegen. Michael Frtisch, der auch schon für den SC spielte, diente als saarland-affiner Tourguide und Henns Bruder Matthias, der für Eintracht Braunschweig in der Bundesliga spielte, durfte ebenfalls nicht fehlen.

Nun hatten sich die insgesamt sieben Freunde für Henns Junggesellenabschied eine ganz besondere Fahrt über die Saar überlegt. Sie charterten ein Grill-Donut, um sich bei der Saar-Überfahrt genüsslich mit Fleisch und Würstchen stärken zu können. „Die erste Stunde auf der Saar hatten wir zum Teil bestes Sommerwetter“, erzählt Henn von der unbekümmerten Anfangsphase des Ausfluges, der sich noch als wilder Ritt entpuppen sollte. Denn schließlich begannen dichte Gewitterwolken den Horizont zu verdunkeln und es begann es sinnflutartig zu regnen. „Zum Starkregen kam dann noch Hagel - somit war eine Weiterfahrt nicht mehr möglich“, beschreibt Henn.

Der Steuermann des Grill-Donuts parkte das Gefährt schließlich unter einer Brücke, um vor den Hagelkörnern geschützt zu sein. Über eine Stahlleiter kletterten die acht Freunde dann aus dem Donut, um das Gewitter abzuwarten. Zeitgleich hatten auch drei Ruderinnen unter der Brücke Schutz gesucht. Erst weigerten sich die Frauen aus ihren Booten zu klettern. „Nach ein paar Minuten konnten wir sie dann überzeugen, dass es wohl besser wäre, das Wasser zu verlassen“, schildert Henn. Er und sein Bruder kletterten schließlich zurück in den Grill-Donut, um die Bergungsarbeiten vorzubereiten. „Wir haben dann versucht, die beiden Kanus zu stabilisieren und entsprechend zu befestigen. Dann konnten die drei Mädels ebenfalls das Wasser über unseren Donut verlassen.“ Der Party-Donut wurde als kurzerhand zu einem monströsen Rettungsring umfunktioniert.

Über das Ausmaß ihrer Tat werden sich die Freunde aber erst kurze Zeit später bewusst: „Nachdem wir alle unter der Brücke standen, hörten wir viele Martinshorne. Zu unserer Überraschung fuhren dann sieben Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr, DLRG und DRK vor. Ein Rettungsboot auf dem Wasser und einige Taucher an Land standen in voller Montur bereit. Die Mädels wurden kurz in den Krankenwagen geführt. Paar Minuten später legte sich das Gewitter, die Sonne schien wieder und sie konnten ihr Training auf dem Wasser fortsetzen“, fasst Henn die Geschehnisse nach der Rettungsaktion zusammen. Im Anschluss berichtete sogar die Bildzeitung über die Heldentat der Henn-Crew. Für den 30-jährigen war es sogar nur die Vorfeier seines Junggesellenabschiedes. Denn einen Tag später gesellten sich noch weitere Freunde hinzu – unter ihnen auch die beiden SC-Spieler Dennis Kaucher und Justus Klein – um die Party mit insgesamt 18 Leuten in Düsseldorf fortzusetzen. Ob es bei den Feierwütigen in der berüchtigten Altstadt dann auch aus dem Ruder lief, ist aber dann wirklich keine Nachricht wert.

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