Sebastian Retzler ist erster Klimaschutzmanager der Kreisverwaltung

Neuerdings hat der Nationalparklandkreis Birkenfeld einen Klimaschutzmanager. Dabei handelt es sich um Sebastian Retzler aus dem Idar-Obersteiner Stadtteil Mittelbollenbach.

Unter anderem soll der 38-Jährige die Umsetzung der Klimaschutzkonzepte vorantreiben, Akteure für den Klimaschutz gewinnen und Dialogprozesse in Gang bringen. Den Löwenanteil der Personalkosten steuert für drei Jahre das Bundesumweltministerium bei.

Außer dem 2012 vom Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) am Umwelt-Campus erstellten Integrierten Klimaschutzkonzept, das – unabhängig vom Träger – Maßnahmen im ganzen Kreisgebiet umfasst, ist das sogenannte Klimaschutzteilkonzept des Landkreises für den Bautechniker Richtschnur des Handelns.

Jenes Papier enthält einen Katalog von Projekten, die kreiseigene Liegenschaften durch die energieeffiziente Modernisierung und den Einsatz erneuerbarer Energien fit für die Zukunft machen. Somit liegt die Verwirklichung im Geschick der Kreisgremien selbst – sofern finanzielle Mittel zur Verfügung stehen – und ist in den letzten Jahren bereits gut vorangekommen.

Weitaus schwieriger ist es für Retzler, das erstgenannte Feld zu beackern, da er dort lediglich ein Netzwerk aufbauen, Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit leisten und angestoßene Vorhaben begleiten kann. Bei den Kommunen, an den Schulen, bei den Unternehmen und in der Bevölkerung muss er erst noch kompetente und engagierte Multiplikatoren finden. Für besonders wichtig hält er, dass die entscheidenden Personen erkennen, wie schnell sich viele Maßnahmen zur Energieeinsparung amortisieren und schließlich die Haushalte entlasten.

Ein leuchtendes Beispiel ist aus seiner Sicht das gemeinsam mit dem Klimaschutzmanager der Verbandsgemeinde Birkenfeld initiierte Nahwärmenetz, das 19 öffentliche und 11 private Gebäude versorgt. Aber nicht immer sind große Investitionen nötig. Wenn Ortsgemeinden ihre Straßenbeleuchtung auf LED umstellen, ist dies ebenso im Sinne nachhaltigen Klimaschutzes wie die Nachrüstung sparsamer Heizungsumwälzpumpen.

Auf beiden Gebieten wurden im Kreis Birkenfeld schon beachtliche Fortschritte erzielt. „Das ist nur der Anfang“, betont der Inhaber der neuen Stelle: „Wenn alle Verbandsgemeinden einen Ansprechpartner für den Klimaschutz haben, können wir noch viel mehr bewirken.“ Demnächst soll das neu ins Leben gerufene kreisweite interkommunale Energienetzwerk erste Früchte tragen. „Es ist Teil des im Aufbau befindlichen Regionalmanagements. Auch im Klimaschutz ist die enge Vernetzung der Akteure bis hin zur Verbraucherzentrale ganz wichtig. Es gilt, gerade in Regionen mit älter werdender Bevölkerung Fragen zukünftiger Energieversorgung belastbar zu beantworten“, sagt Landrat Dr. Matthias Schneider. „Es gibt noch jede Menge Potenziale, um die Treibhausgasemissionen auf Dauer deutlich zu senken und zugleich die regionale Wertschöpfung zu erhöhen“, weiß Sebastian Retzler, den die Energieagentur Rheinland-Pfalz mit fachlichem Rat unterstützt. Allerdings beschränken sich seine Befugnisse außerhalb der Liegenschaften des Landkreises darauf, die Menschen zu sensibilisieren und Anstöße zu geben.

Durch umfangreiche Weiterbildung und seine Tätigkeit in der freien Wirtschaft sowie in Behörden sieht sich der passionierte Fußballer für seine neue Aufgabe gewappnet. So erwarb der gelernte Maurer, der sich zum Bautechniker weiterbildete, Zusatzqualifikationen als Gebäudeenergieberater, Energieeffizienzberater und Fachmann für die energetische Bewertung von Nicht-Wohngebäuden. Darüber hinaus absolvierte er an der Uni Kassel ein Zertifikatsstudium als Anlagenplaner für erneuerbare Energien.

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