BI pro Hunsrück hat höchsten Respekt verdient

Im Fusionsprozess der Verbandsgemeinden Herrstein und Rhaunen hat es gehakt. Fünf Gemeinden waren abwanderungswillig und wollten sich der benachbarten VG Kirchberg anschließen.

Eine aufgrund dessen gegründete Bürgerinitiative hat dieses Vorhaben nach monatelang intensivster Debatte aufgegeben. Ich habe höchsten Respekt vor dieser Entscheidung.

Die BI pro Hunsrück hat das von ihr initiierte Bürgerbegehren zurückgezogen. Die Faktenlage war letztlich erdrückend, weil weder die Verantwortlichen in den Verbandsgemeinden noch der Landkreis oder gar das Land das leiseste Signal gesendet haben, die Grenze der zu gründenden VG Herrstein-Rhaunen zur VG Kirchberg verändert ziehen zu wollen. 

Ich bin stolz auf diese Einigkeit. Sie ist die logische Folge langjähriger interkommunaler Zusammenarbeit zweier Verbandsgemeinden, die das Potenzial haben, zu einer schlagkräftigen Einheit mit über 20.000 Bürgerinnen und Bürgern zusammenzuwachsen. Schon heute sind Kooperationen in den Bereichen Pflege, Bildung, Jugend, Freizeit und Sport vorhanden, die einen Fusionsprozess angenehmer gestalten können.

Es ist nur schwer vorstellbar, dass bei den aktuellen Rahmenbedingungen eine Zwangsfusion hätte stattfinden müssen. Zu dieser wäre es gekommen, hätte die BI ein positives Ergebnis beim Bürgerentscheid feiern können. Zur Folge hätte dies den Verlust von zwei Millionen Euro Fusionsprämie des Landes, Projektförderungen und Verhandlungen zwischen ungleichen Partnerinnen gehabt.

Ich bin froh, dass es anders gekommen ist. Die BI hat in den vergangenen Monaten keine Chance ausgelassen, sich mit ihrem Ansinnen Öffentlichkeit zu verschaffen. Dieses Engagement kurz vor dem Ziel mit der Entscheidung zum Rückzug fallen zu lassen und dem Gemeinwohl nachzuordnen, hat höchsten Respekt verdient. 

Wer für eine Idee brennt, von dieser absolut überzeugt ist und sich im Schlussspurt derart reflektiert prüft, der hat verstanden, was bürgerschaftliches Engagement bedeutet - eine klare inhaltliche Linie, die transparente Debatte, aber auch immer den Mut, offen für Kompromisse oder gar das Zugeständnis sein zu können, dass man den falschen Weg eingeschlagen hat. Vielleicht könnte sich sogar die ein oder andere Sondierungsrunde ein Beispiel daran nehmen.

 

Matthias Keidel ist 24 Jahre alt und kommt aus Kirschweiler. Der stellvertretende Kreisvorsitzende der Freien Demokraten studiert an der Universität Trier und arbeitet als Referent für Öffentlichkeitsarbeit bei der FDP-Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz. Der Werder Bremen-Fan will jungen Menschen Lust auf Politik im ländlichen Raum machen und sieht sich selbst dem sozialliberalen Flügel der Freidemokraten verbunden.

 

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