"Ich erwarte klare Ziele und Ansagen"

Es ist schon erstaunlich, wer nun kurz vor der heißen Wahlkampfphase was bewirkt haben will! Unsere beiden Kandidatinnen der regierungstragenden Koalitionsparteien im Bund machen sich gegenseitig verantwortlich für das, was nicht umgesetzt wurde, im Sinne der eigenen Partei.

Stattdessen erwarte ich doch klare Ziele und Ansagen, die erreicht wurden bzw. die zukünftig angestrebt werden. Was interessiert mich dieses Klein-Klein Hick-Hack, als Zeichen des Versagens! Die FDP reklamiert die lokalen Fortschritte als ihre Erfindung, (Die Brücke „Am Kreuz“ in Idar-Oberstein, den Fortschritt bei der Hunsrückspange, der keiner ist und von einem Alt-Landrat maßgeblich gepuscht wurde und wird, allerdings kein FDP-Alt-Landrat! Das dies alles Projekte der letzten 15 Jahre und mehr sind, macht diese Aussagen auch nicht gerade glaubwürdiger und stellt auch keine Bezug zur Bundespolitik her. Aber sei es drum, wir können auch anders!

Denn für die BürgerInnen an der Nahe, geht es um Existenzsicherung in diesen bewegten Zeiten. Gute Bildung und Teilhabe am öffentlichen Leben, wozu es allerdings vernünftige Löhne und gute Arbeitsbedingungen braucht. Damit meine ich nicht die menschenunwürdigen Mindestlöhne und Zuwächse an Zeitarbeitsfirmen, die auf hohem Niveau in unserer Region die Menschen vor große Herausforderungen stellen. Ein Zweitjob ist für viele Menschen die einzige Möglichkeit über die Runden zu kommen. Da klingt es schon wie Hohn, wenn Spitzenpolitiker Tauber (CDU), die Minijobber beleidigt!

Denn auch wer etwas Ordentliches gelernt hat, muss in unserer Region hinzuverdienen und zwar nicht nur als Mini-Jobber! Das Frauen dabei nach wie vor und grundsätzlich im Schnitt mit 20 % weniger Einkommen abgespeist werden, obwohl sie das gleiche leisten wie ihre männlichen Kollegen, will ich hierbei nochmals ausdrücklich erwähnen. Das ginge auch anders! Da hat der Herr Generalsekretär wohl ganz schön die Bodenhaftung verloren. Solche Politiker sollten Betriebe nicht nur besichtigen, sondern sollten vielleicht alle Jahr mal ein paar Wochen an der Basis z. B. bei unseren Automobilzulieferern oder bei Aldi, Netto, Lidl oder Globus an der Kasse mitarbeiten. Auch Regale auffüllen sollte mit dabei sein! Baustellentätigkeiten wären bei dem Facharbeitermangel auch eine gute Bewährungsprobe für solche hochnäsigen Damen und Herren.

Wir brauchen keine 4-spurigen Straßen sondern die vorhandenen in einem guten bis sehr gutem Zustand für die immer weniger Menschen im Landkreis.

Wir brauchen Weiterentwicklung bei Lohn und Gehalt! Damit wir uns die Nachhaltigkeit, gesunde Ernährung und bessere Lebensqualität auch leisten können. Denn die ökologische und kleinbäuerliche Landwirtschaft kostet einfach etwas mehr. Dafür wird man nicht mit Fipronil beim Eierkauf heimtückisch gefährdet! Oder wenn unsere Diesel-Verbraucher ernsthaft entschädigt würden wie die amerikanischen Endverbraucher, dann würden man sich nicht mit „Software-Update“ vorgaukeln lassen, danach sei alles wieder gut! Alle diese Dieselfahrer sollten täglich mal ihre Fahrt für 3 Minuten unterbrechen, um durch die entstehende Zeitverzögerung auf diese Sauerei der Industrie in enger Zusammenarbeit mit der Politik hinzuweisen. Denn schließlich ist Volkswagen bis 31.12.2016 noch mit 20 % Bundesbeteiligung am Start gewesen! Ist ja noch nicht wirklich lange her! Wir BürgerInnen haben es in der Hand, ob wir unsere Existenzgrundlagen Umwelt und Natur um jeden Preis opfern, für einen dreckigen Diesel oder billiges Ei!

 

Thomas Petry ist 53 Jahre alt und kommt aus Idar-Oberstein. Petry war von 2013-2016 Landesvorsitzender der rheinland-pfälzischen Grünen. Petry, der in Mainz und Wiesbaden Architektur studiert hat, führt zudem die Stadtratsfraktion der Grünen in Idar-Oberstein als Vorsitzender an. Mit dem Titel "Wir können auch anders" erscheint regelmäßig eine Kolumne zu kommunalpolitischen Themen bei Stadt-Land-News Kreis Birkenfeld. 

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