Mehr Nationalpark wagen

Gerade feierte der Nationalpark Hunsrück-Hochwald seinen zweiten Geburtstag: "Schön, dass du geboren bist, wir hätten dich sonst sehr vermisst." Stimmt, ich bin froh, dass wir ihn haben, den Nationalpark – und zwar aus verschiedenen Gründen.

Ich bin ein Fan des Urwalds von morgen. Und klar, da müssen wir erstmal geduldig sein. Es braucht viel Zeit, bis die Natur in ihren Urzustand zurückgefunden hat. Daran wird aktiv gearbeitet und einige Erfolge sind schon zu verzeichnen. Dafür isser ja da, der Nationalpark. Darüber hinaus soll das Projekt aber auch den Menschen hier nutzen und unseren Landkreis Birkenfeld in touristischer und wirtschaftlicher Weise vorantreiben. Mit diesem Anspruch ist er ebenso geschaffen worden. Auch dafür isser da, der Nationalpark.

In der Tat, man kann schon einiges aufzählen: organisierte Rangertouren zum Beispiel, Veranstaltungen zu Umweltbildung/Naturschutz oder Investitionen in die Wasserwirtschaft und all das, was es in der Presse zu lesen gab. Besonders schön ist dabei das ehrenamtliche Engagement vieler Bürger.

Vielleicht mag der ein oder andere aber auch das Gefühl haben, dass die Realität den Erwartungen an die positiven Effekte auf Tourismus und Wirtschaftskraft, die mit dem Park verbunden sind, hinterherhinkt. Ob der Eindruck nun täuscht oder nicht, es ist wichtig, Einzelprojekte und vor allem die Akteure zu vernetzen. Damit ein großes, in sich stimmiges Konzept für die Region entsteht, das auch so wahrgenommen wird. Kann nämlich nicht schaden, sondern nur nutzen.

Ich nenne das jetzt einfach mal Management. Mag sein, dass der Begriff dem ein oder anderen großkopfert oder verwegen-sexy anmutet, dennoch klingt er hoffentlich danach, worum es mir geht. Nämlich eine Instanz zu schaffen, bei der die Themen zusammenfließen, gebündelt und effizient vorangetrieben werden, ohne Scheuklappen, sondern mit der entsprechenden optimistischen Motivation und Power. Wir locken niemanden allein mit einem einzigen Angebot zu uns, aber es gilt wie so oft: die Mischung macht's und sie muss gut sein.

An dieser Stelle alles zu nennen, was dabei eine Rolle spielen muss, würde den Umfang der Kolumne sprengen. Aber ein paar Ideen dürfen’s schon sein: Geht noch mehr in Sachen Wirtschaftsförderung und Verbesserung der Infrastruktur? Wie wäre es touristisch unter dem Label "Nationalpark und Edelsteinregion" aufzutreten? Oder zum Beispiel in enger Kooperation mit dem Flughafen Hahn gemeinsam um chinesische Touristen zu werben? Zu gewagt?

Ich denke, wir tun gut daran, mehr zu wagen. Dazu braucht es die entsprechende Unterstützung durch Politik, Verwaltung sowie Kommunen, aber eben auch eine Offenheit für neue Ideen seitens Unternehmen und Menschen. Diese Aufgabe kann man nicht einfach dem jetzigen Nationalparkamt aufs Auge drücken und sagen, "sollen die doch machen". Das wäre nicht nur unfair, sondern auch falsch platziert. Vielmehr ist ein Hutträger gefragt, der Natur, Tourismus, Gastronomie, Handwerk, Sport, Kunst und Kultur zu einer Marke koordiniert, die für unsere Region steht, der dafür wirbt und schließlich die Interessen eint. Weil das allen nutzt. Isso. Und das steht natürlich nicht im Widerspruch zum Naturschutz. Nein, das kann nur die logische Konsequenz sein.

In diesem Sinne sollten wir mehr Nationalpark wagen.

Eva Milisenda ist 39 Jahre und kommt aus Idar-Oberstein. Sie ist stellvertretende Vorsitzende des SPD-Kreisverbandes Birkenfeld und Mitglied des Jugendhilfe- sowie Schulträgerausschusses der Stadt Idar-Oberstein. Die Diplom-Kauffrau arbeitet als Teamleiterin im Rechnungswesen der Landesbank Baden-Württemberg in Mainz, ist verheiratet und Mutter einer 6-jährigen Tochter.

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