Bewusstsein oder Ohnmacht?

Gerade können wir es im Landkreis Birkenfeld wieder spüren und erleben, der Hunsrück lebt und entfaltet sein Frühjahrskleid in voller Pracht! Es blüht und grünt an allen Ecken und Kanten. Jedoch mit leichter Verzögerung  können die HunsrückerInnen sich auf den bevorstehenden Frühsommer freuen.

Durch den warmen März und die darauf folgende gefühlte Eiszeit wird uns allgegenwärtig sehr deutlich, dass das Wetter ungehindert sein Ding macht. Folgen auch in diesem Sommer wieder fürchterliche Starkregenereignisse mit hohen Schäden wie in den vergangenen Jahren. Wird in diesem Jahr die Zahl der Unwetter weiterhin ansteigen? Wir sollten uns bewusst werden, dass diese Unwetter von Menschenhand gemacht sind bzw. durch Menschen stark beeinflusst werden. Denn für den Klimawandel, der wirklich nur noch von ganz wenigen Ignoranten geleugnet wird, sind wir alle mitverantwortlich. Im Großen wie aber vor allem auch im Kleinen!

Fehlende Insekten in der Natur, weniger Vögel, kaum Bienen,  was ein Indiz für die Reduktion der Artenvielfalt darstellt. Das muss uns bewusst sein. Da braucht es die Nähe zur Natur, nachhaltiges Wirtschaften und ein Gespür für eine ökologische Regionalentwicklung im Nationalparklandkreis Birkenfeld.

Wir dürfen nicht ohnmächtig werden und dürfen keinesfalls vor all den bevorstehenden Aufgaben resignieren, sondern wir müssen in Hunsrücker Manier die Ärmel hochkrempeln und tatkräftig anpacken. Regionale Entwicklung ist kein Selbstläufer und besteht vor allem nicht nur aus „mehr breiteren Straßen“, „mehr Parkplätzen“ und noch „mehr Flächenversieglung“! Sondern sie setzt einen schlüssigen Plan, gemeinsame Ideen und die gemeinsame Umsetzung voraus. Vorausgesetzt, man ist sich darüber bewusst, dass wir in einer der schönsten Mittelgebirgslandschaften Deutschlands wohnen.

Wir wohnen dort, wo andere Urlaub machen wollen und auch sollen. Umso wichtiger ist es, diese Nähe zur Natur mit hervorragender Dienstleistung am Menschen, Service und der hervorragenden Hunsrücker Küche zu forcieren. Das Jammern und der Ruf nach Autobahnanschlüssen und Industriegebieten ist dabei kein guter Ratgeber. Wenn allwöchentlich in die Welt hinausposaunt wird, „man kann uns nicht erreichen“,  „wir sind abgehängt“, „wir sind schlecht angebunden“, der sollte sich mal von den Auswirkungen dieser Botschaften über die Landkreisgrenzen hinaus als „aussenstehender Betrachter“ überzeugen. Wenn auswärtige Urlauber, wie auch potenzielle Investoren und UnternehmerInnen versuchen, sich ein Bild zu machen von unserem wunderschönen Hunsrück, müssen diese zu dem Ergebnis kommen, wir hätten die Steinzeit geradeso überlebt, den aufrechten Gang vor kurzem erlernt und einmal die Woche würde noch die Postkutsche überfallen!

Das ist natürlich blanker Unsinn, sind wir mit der B 41 in den letzten Jahren stetig und immer besser und auch zügiger erreichbar als je zuvor, mit dem Rheinland-Pfalz-Takt auf der Schiene im Stundentakt ins Rhein-Main-Gebiet, aber auch ins benachbarte Saarland und seiner Landeshauptstadt bestens vernetzt.

Bei vielen Kreis- als auch Landstraßen benötigt es keine überdimensionierten Verbreiterungen und Begradigungen, sondern besseren Straßenunterhalt, statt immer mehr Neubaumaßnahmen sinkenden Bevölkerungszahlen.

Wir sollten uns stattdessen keine Schlaglochpisten, keine fehlenden Straßenmarkierungen, keine schlechte Ausleuchtung leisten, sondern auf eine kleine und feine Infrastruktur bedacht sein. Dann wird es auch verzeihlich, wenn eine Fahrt mal fünf Minuten länger dauert, durch unseren schönen Birkenfelder Landkreis!

Thomas Petry ist 53 Jahre alt und kommt aus Idar-Oberstein. Petry war von 2013-2016 Landesvorsitzender der rheinland-pfälzischen Grünen. Petry, der in Mainz und Wiesbaden Architektur studiert hat, führt zudem die Stadtratsfraktion der Grünen in Idar-Oberstein als Vorsitzender an. Mit dem Titel "Wir können auch anders" erscheint regelmäßig eine Kolumne zu kommunalpolitischen Themen bei Stadt-Land-News Kreis Birkenfeld. 

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