Optimisten, macht die Klappe auf!

Der Hunsrücker an sich ist eigentlich ein sehr liebenswerter und gemütlicher Mensch. Ich bin gerne hier im Kreis Birkenfeld und fühle mich wie viele Bürgerinnen und Bürger dieser Region sehr verbunden. Eines jedoch kann ich absolut nicht an meiner Heimat ausstehen: Es wird zu viel genörgelt.

Seit einigen Monaten ist klar, dass in Idar-Oberstein der Hertie-Komplex wiederbelebt werden soll. Eine gute Nachricht für die Stadt und den lokalen Einzelhandel. Doch die Bürokratie schiebt die notwendigen Sanierungsmaßnahmen und das geplante Eröffnungsdatum vor sich her. Auch die KonsumGut eG wollte mit einem eigenen Laden in der Obersteiner Fußgängerzone durchstarten – hat aber ebenso wie „Modepark Röther“ noch ein paar Hürden zu überwinden, bis es losgehen kann.

Diese Nachrichten stellen einen kleinen Dämpfer für die Stadtentwicklung dar. Ein Aufwärtstrend war zu spüren, als positive Signale wie zum Beispiel die Wiedereröffnung des Hallenbades oder die Ergebnisse der Focus-Studie über den Aufwind für den Wirtschaftsstandort in die Region gesendet wurden. Doch das schlägt schnell um, wenn hier etwas mal nicht so klappt, wie es eigentlich laufen sollte.

Dann ist alles schlecht. Die Politik ist sowieso an allem Schuld, den Oberbürgermeister würde man am liebsten auf den Mond schießen und all das begann vor vielen Jahrzehnten damit, dass die Schmuckindustrie die Ansiedlung eines Opel-Werks verhindert habe. Das Genörgel, die immer wieder aufgewärmten Geschichten und das anhaltende „Alles ist schlecht“-Gerede macht in den öffentlichen Diskussionen wieder mal die Runde. Und der Kreis Birkenfelder an sich macht das gerne mit. Ich nicht.

Und deshalb: Liebe Optimisten, macht die Klappe auf! Ich vermisse so oft diese Menschen in der Region, die mit Verve dafür kämpfen, dass wir nicht vollends in Lethargie verfallen. Ich wünsche mir viel mehr Leute eines Formats wie zum Beispiel Ex-Landrat Wolfgang Hey, die sich gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern für die Region stark machen, ein Projekt vorantreiben und sich nur auf den Fortschritt und das eigentliche Ziel fokussieren. Bei diesem Beispiel auch mit Erfolg: Heute steht der von ihm geforderte Ausbau der B41 bevor und Gelder für die Hunsrückspange sind im Landeshaushalt eingeplant.

Keine Frage – der Weg dorthin war ein langer und steiniger. Doch solche Vorhaben nötigen mir höchsten Respekt ab und machen Mut. Sich nicht dem verlockenden Angebot nachzugeben, dem Hunsrück-Nörgler beizupflichten oder gar mit dieser Negativ-Stimmung Politik zu machen, sondern für seine Idee hier vor Ort zu kämpfen und eine Region dabei mitzureißen – das bringt uns voran. Es braucht mehr von dieser Sorte. Denn nur mit solchen Menschen kann es aufwärts gehen. Genug genörgelt!

 

Matthias Keidel ist 24 Jahre alt und kommt aus Kirschweiler. Der stellvertretende Kreisvorsitzende der Freien Demokraten studiert an der Universität Trier und arbeitet als Referent für Öffentlichkeitsarbeit bei der FDP-Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz. Der Werder Bremen-Fan will jungen Menschen Lust auf Politik im ländlichen Raum machen und sieht sich selbst dem sozialliberalen Flügel der Freidemokraten verbunden. Auf Stadt-Land-News schreibt er die regelmäßige Kolumne "Zu jung für Politik".

Artikel bewerten
(2 Stimmen)

Wetter im Kreis Birkenfeld

Kreis Birkenfeld
Aktuell - °C -
Morgen -- °C
19.11.17 -- °C
20.11.17 -- °C
© Deutscher Wetterdienst | Ferienhaus an der Ostsee

Werben

Sie interessieren sich für Nachrichten aus Ihrer Nachbarschaft? Ihren Kunden geht es genauso. Sie möchten wissen, wie Sie auf Stadt-Land-News Ihre Werbung platzieren?

 

Mitmachen

Das Engagement für Vereine und Gemeinden ist enorm. Wir möchten Ihrer Leidenschaft und Ihren Informationen eine Plattform bieten, auf der diese Geschichten gesammelt einem breiten Publikum vorgestellt werden können. 

 

Zum Seitenanfang