Integrationspolitisch und wirtschaftlich erfolgreich

Sehr angetan von der Leistungsfähigkeit der Werkstätten der Stiftung kreuznacher diakonie in Kreuznach zeigte sich bei einem Besuch der SPD-Bundestagskandidat Dr. Joe Weingarten: „Was hier unter pädagogischen und sozialen, aber auch unter wirtschaftlichen Zielsetzungen geleistet wird, ist beispielhaft“.

Die Werkstätten der Skd bieten insgesamt rund 1.000 Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen, geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen einen Arbeitsplatz. Dabei wird ein breites Auftragsspektrum abgedeckt: von der Holzwerkstatt über die Wäscherei bis hin zur Qualitätskontrolle und Verpackung optischer Geräte und hochqualifizierten EDV-Aufgaben für Unternehmen aus der Region. Weingarten: „Ich finde es sehr überzeugend, wie hier mit großer Fachkenntnis für die Menschen entsprechend ihren Fähigkeiten Arbeitsmöglichkeiten gefunden werden, die auch einen nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg haben.“ Weingarten verwies darauf, dass es nicht nur um die bloße Beschäftigung von Menschen gehe, sondern auch um deren nachhaltige Einbindung in die Arbeitswelt: „Selbst Arbeit zu leisten, ist für unser aller Selbstwertgefühl von großer Bedeutung. Das gilt auch für Menschen mit Behinderungen. Es freut mich auch, dass es über die Arbeitsverhältnisse in der kreuznacher diakonie gelingt, für viele Menschen einen eigenen Beitrag zu ihrer Alterssicherung aufzubauen und dass fließende Übergänge in reguläre Beschäftigungen am Arbeitsmarkt gefunden werden.“

Besonders beeindruckt zeigte sich Weingarten von einem Kooperationsprojekt zwischen der Stiftung kreuznacher diakonie und der Bad Sobernheimer Firma Lumen Deutschland, in dessen Rahmen in Werkstätten der Stiftung kreuznacher diakonie LED-Straßenleuchten der neuesten Generation hergestellt werden: „Es ist vorbildlich, wie hier technische Innovationen, soziale Verantwortung und der wirtschaftliche Erfolg am Markt miteinander vereinbart werden.“

Breiten Raum in der Diskussion mit den Geschäftsführern des Diakoniegeschäftsfeldes „Leben mit Behinderungen“, Dr. Ilka Sax-Eckes und Dr. Klaus Doch, nahmen die Regelungen des im Dezember 2016 verabschiedeten Bundesteilhabegesetzes ein. Mit diesem Gesetz wird die bisherige Eingliederungshilfe aus der Sozialhilfe herausgenommen und erstmals für Menschen mit Behinderungen ein eigenständiges Leistungsrecht im Sozialgesetzbuch begründet.

Weingarten unterstützte den Ansatz des Gesetzes, Menschen, die auf Grund einer wesentlichen Behinderung nur eingeschränkte Möglichkeiten der Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft haben, aus dem bisherigen „Fürsorgesystem“ heraus zu nehmen und ihnen einen eigenständigen Anspruch auf Eingliederung zu geben. „Es gibt jetzt mehr Möglichkeiten, um den persönlichen Bedarf von Menschen mit Behinderungen zu unterstützen“. Weingarten teilte dabei auch nicht die Kritik einiger Behindertenverbände, dass die stärkere Kostenorientierung des Gesetzes mit einer Entmündigung der Betroffenen einhergehe. Es sei ein vernünftiges Ziel des Gesetzes, die Kommunen von Kosten der Eingliederungshilfe zu entlasten. Der SPD-Bundestagskandidat sagte aber zu, sich im Rahmen der jetzt zu formulierenden Ausführungsbestimmungen zum Gesetz dafür einzusetzen, dass auch für die Träger der Eingliederungshilfen wie die kreuznacher diakonie finanzielle Spielräume bleiben, um auf die speziellen Bedürfnisse der Menschen mit Behinderungen am Arbeitsplatz angemessen reagieren zu können.

Die Geschäftsführung des Geschäftsfeldes „Leben mit Behinderung“ der Stiftung kreuznacher diakonie und Weingarten vereinbarten einen kontinuierlichen Austausch in diesen Fragen und weitere Besuche in den Einrichtungen der Stiftung kreuznacher diakonie in den Landkreisen Bad Kreuznach und Birkenfeld.

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