Polizei nimmt falsche Polizisten aus Idar-Oberstein fest

Fast täglich gehen bei den Polizeidienststellen in der Region Anzeigen ein, in denen Bürger von Anrufen angeblicher Polizeibeamter berichten, die mit erfundenen Geschichten über angebliche Festnahmen versuchen, an das Geld der Angerufenen zu kommen. Jetzt konnten Beamte der Kripo Trier drei Tatverdächtige festnehmen.

Die Betrugsmasche ist damit allerdings nicht beendet. Die Polizei rät zu Aufmerksamkeit und gibt Tipps zum Schutz solcher krimineller Machenschaften.

Die Masche ist im Grunde immer dieselbe: angebliche Polizeibeamter rufen bei meist älteren Mitbürgern an und berichtet von der Festnahme osteuropäischer Einbrecherbanden. Bei den angeblich Festgenommenen seien Unterlagen mit den persönlichen Daten der Angerufenen gefunden worden, darunter auch Bankverbindungen. Mit einer geschickten Gesprächsführung bringen die Täter ihre Opfer dazu, Auskünfte über Bargeld oder Schmuck preiszugeben. Die Kriminellen erschleichen sich so großes Vertrauen, dass die arglosen Angerufenen sogar größere Bargeldbeträge von ihren Konten abheben, um das Geld den angeblichen Polizeibeamten zur Überprüfung zu übergeben.

Alleine im November verzeichnete die Trierer Polizei dutzende solcher Anrufe. Glücklicherweise haben die meisten Angerufenen auf die Masche durchschaut und die „richtige“ Polizei informiert. Allerdings gibt es auch immer wieder Fälle, in denen arglose Opfer ihr Erspartes verloren.

Umfangreiche Ermittlungen der Trierer Kripo hatten am Montagtagmittag zur Festnahme von zwei Männern im Alter von 23 und 31 Jahren geführt, die im Verdacht stehen, mehrere dieser Taten begangen zu haben. Bei ihrer Festnahme in Trier führten die Beschuldigten eine größere Bargeldsumme mit sich. Weitere Ermittlungen ergaben den Verdacht, dass sie den fünfstelligen Betrag zuvor mit der „falscher-Polizist-Masche“ von einem Rentner aus Trier ergaunert hatten. Ein dritter Tatverdächtiger, der im Verdacht steht, an einem Teil der Taten beteiligt gewesen zu sein, wurde am Montagabend festgenommen.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Trier wurden die in Idar-Oberstein wohnenden Männer dem Haftrichter beim Amtsgericht Trier vorgeführt. Der ordnete gegen zwei Beschuldigte die Untersuchungshaft an. Der Haftbefehl gegen den dritten Beschuldigten wurde unter Auflagen außer Vollzug gesetzt.

„Die Täter gehen sehr professionell vor,“ sagt Pressesprecher Karl-Peter Jochem vom Polizeipräsidium Trier, „sie suchen sich ihre Opfer anhand „alt klingender Vornamen“ in Telefonbüchern aus, sind offenbar in psychologischer Gesprächsführung geübt und führen in kurzer Zeit zahlreicheiche gleichgelagerte Taten und Anrufe aus.“ Alleine in den vergangenen beiden Tagen wurden bei Polizeidienststellen in der Region sechs verdächtige Anrufe angezeigt, in denen es aber nicht zu Geldübergaben kam. „Die insgesamt hohe Zahl entsprechender Anzeigen zeigt, dass unsere bisherigen Präventionshinweise bei den meisten Menschen angekommen sind,“ sagt Jochem, „trotzdem gelingt es den skrupellosen Tätern immer wieder, einzelne Menschen mit ihrer Masche reinzulegen.“

Zum Schutz vor dieser Betrugsmasche rät die Polizei:          

  • Polizisten machen keine Hausbesuche, um "nach dem Rechten zu sehen". Sie fragen Sie nicht nach Ihren Kontodaten.
  • Die Polizei ruft Sie nicht zu Hause an um Sie nach Ihren Vermögensverhältnissen zu Fragen oder gar um größere Bargeldbeträge zu bitten.
  • Geben Sie am Telefon keine Details zu ihren Vermögensverhältnissen oder Kontodaten preis.
  • Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde an, von der die angebliche Amtsperson zu sein vorgibt. Suchen Sie die Telefonnummer der Behörde selbst heraus oder lassen Sie sich diese von der Telefonauskunft geben.
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Wenn Sie Zweifel an der Echtheit des Anrufers haben, legen Sie einfach auf.
  • Informieren Sie nach einem verdächtigen Anruf zeitnah die Polizei.
  • Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.
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