Polizeiliche Kriminalstatistik 2016 in Birkenfeld

Die Zahl der bekannt gewordenen Straftaten im Bereich der Verbandsgemeinde Birkenfeld ist ähnlich im Vergleich zum Vorjahr. 2015 wurden 1108 Fälle registriert, somit ist 2016 ein leichter Rückgang um 2,1 Prozent zu verzeichnen.

Die Polizei konnte zwei Drittel der erfassten Straftaten aufklären, was 66,4 Prozent der gesamten Fälle entspricht. Bei der Aufklärungsquote kann die Polizei  im Fünf-Jahresvergleich einen stetigen Anstieg verbuchen. 

Betrachtet man die Deliktsgruppen im Einzelnen, so ist seit 2014 ein Anstieg im Bereich der Rohheitsdelikte und der Straftaten gegen die persönliche Freiheit zu verzeichnen. 2016 wurde ein Zuwachs um 23,4 Prozent, insgesamt 243 Fälle, registriert. Dieser Negativtrend ist insbesondere im Bereich der Körperverletzung zu notieren.  Während bei der einfachen Körperverletzung eine Steigerung um 29 Taten (von 110 auf 139 Straftaten) zu konstatieren ist,  ist bei der gefährlichen und schweren Körperverletzung auf Straßen, Wegen oder Plätzen  ein Anstieg von 10 Delikten (von 6 auf 16 Taten) zu beklagen.                      

Im Fünfjahresvergleich wurde 2016 der Höchststand der Fallzahlen im Bereich der Rohheitsdelikte erreicht. Die Aufklärungsquote in diesen Deliktsbereichen liegt bei erfreulichen 93 Prozent. Alkohol in erhöhtem Maße ist häufig Auslöser für Aggressionsdelikte. Je höher der Alkoholpegel steigt, desto eher sinkt die Hemmschwelle für gewalttätige Auseinandersetzungen. Kontrollmaßnahmen, auch in Zusammenarbeit mit der Stadt Birkenfeld, sollen dazu beitragen, die Fallzahlen zu senken und das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu steigern, um diesem negativen Höchststand an Rohheitsdelikten zu begegnen.

Im Bereich Straßenkriminalität, also Sachbeschädigungen an Fahrzeugen oder auf öffentlichen Wegen und Plätzen, Raubüberfälle auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen oder auch etwa exhibitionistische Handlungen, ist ein Anstieg von 14 Fällen zu verzeichnen, von 164 Fällen auf 178 Fälle. Maßgeblich wird diese Fallzahl durch den Deliktsbereich der Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen bedient. Im Vergleich zum Vorjahr mit 58 Fällen wurden 2016 in 67 Fällen strafrechtliche Ermittlungen im Deliktsbereich Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen aufgenommen. Auch diese Straftaten werden häufig im Zustand rauschbedingter Enthemmung verübt. Diese Delikte sind schwierig aufklärbar, weshalb die Polizei auf die Mithilfe der Bürger angewiesen ist.

Diebstähle unter erschwerten Umständen liegen seit 2014 fast unverändert bei niedrigen 72 Fällen. 2014 wurden 74 Fälle erfasst, 2015 wurden 77 Fälle registriert. Zu dieser Kategorie zählen Wohnungseinbruchsdiebstähle sowie Tageswohnungseinbrüche und sonstige schwere Diebstahlsdelikte. Die Wohnungseinbruchdiebstähle sind im Vergleich zum Vorjahr um sechs Fälle auf 19 registrierte Taten gesunken. Tageswohnungseinbrüche wurden 2015 sieben registriert, 2016 waren es acht Fälle. Konsequente Präventionsmaßnahmen durch Bestreifung, insbesondere in Wohngebieten, gezielte Fahndungsstreifen sowie Sensibilisierung der Bürger, sollen hier zur nachhaltigen Verbesserung führen. Abschließend werden solche Delikte durch die Regionale Kriminalinspektion Idar-Oberstein oder der beim Polizeipräsidium Trier auf präsidialer Ebene eingerichteten  EG BandenWED bearbeitet.

Diebstahlsdelikte ohne erschwerende Umstände, also etwa einfacher Ladendiebstahl, Fahrrad- oder Taschendiebstahl, sowie einfache Diebstähle an oder aus Kraftfahrzeugen, sind um 11,32 Prozent auf 177 Straftaten leicht angestiegen. Auch hier ist ein Höchststand im Fünfjahresvergleich zu erkennen. Dieser Negativtrend lässt sich durch den Anstieg der Ladendiebstähle erklären. Wurden 2015 noch 18 Ladendiebstähle registriert, waren es im vergangenen Jahr 46 Fälle.

Bei Vermögens- und Fälschungsdelikten ist ein erfreulicher Rückgang der Straftaten, wie etwa Waren- und Warenkreditbetrug, zu verzeichnen. 2016 wurden 126 Fälle, ein Minus um 11,88 Prozent, registriert. Die Aufklärungsquote liegt bei 75,4 Prozent. Die Polizei bittet, Warnhinweise in den Medien und Ratschläge zu befolgen, um nicht Opfer dieses Phänomenbereichs zu werden. Betrachtet man die  Rauschgiftkriminalität sowie sonstige Verstöße gegen das Handels- und Einfuhrgesetz, so ist nach einem Höchststand im Jahr 2015 mit 163 Fällen im vergangenen Jahr ein Rückgang auf 104 Fälle registriert worden. Die Endsachbearbeitung liegt hier bei der Kriminalinspektion Idar-Oberstein.

Eine demografische Betrachtung der Straftaten lässt erkennen, dass knappe 20 Prozent der gesamten Straftaten von Jugendlichen und Heranwachsenden verübt wurden. Die Altersgruppe der 14-21-jährigen ist im Bevölkerungsschnitt des Dienstbezirkes der Polizei Birkenfeld nur mit 8,08 Prozent vertreten, dennoch wurden im vergangenen Jahr von diesen Wenigen ganze 125 Personen straffällig. Um dem Phänomen der Jugenddelinquenz zu begegnen und eine Reduzierung, vor allem ein Umdenken, zu erreichen, sucht die Polizei Birkenfeld den Kontakt zu Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter, führt gezielte Projekte bei unbegleiteten Flüchtlingen durch und beteiligt sich aktiv an präventiven Angeboten für Kinder und Jugendliche, wie etwa die Woche der Toleranz.

„Auch zukünftig wird die Polizei Birkenfeld um die Verhinderung von Straftaten und einer Verbesserung des Aufklärungsergebnisses bemüht sein. Unser Ziel ist und bleibt es, das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu steigern.  Auf Ihre Mithilfe sind wir natürlich angewiesen.“(Rüdiger Ermel, Leiter der PI Birkenfeld )

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