Polizeiliche Kriminalstatistik 2016 in Idar-Oberstein

Der örtliche Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Idar-Oberstein umfasst die Stadt Idar-Oberstein sowie die Verbandsgemeinden Herrstein und Rhaunen. Auf einer Fläche von 426 km² sind 55.569 Einwohner zu betreuen.

Im Jahr 2016 wurden im Zuständigkeitsbereich der PI Idar-Oberstein insgesamt 3.009 Straftaten statistisch erfasst. Gegenüber dem Vorjahr mit 2900 Fällen bedeutet dies eine Zunahme von 109 Fällen (+3,6%). Der Anstieg der Gesamtfallzahlen um 109 Fälle lässt sich größtenteils durch die erhöhte Kontrolldichte im Bereich der Verkehrsüberwachung erklären. Vergleicht man die Zahlen im Deliktsbereich Betäubungsmittelkriminalität mit dem Vorjahr kann hier ein Zuwachs von 159 (2015) auf 268 Fälle verbucht werden.

Insbesondere bei Verkehrskontrollen konnte im Jahr 2016 ein enormer Aufwärtstrend im Bereich der Betäubungsmittelkriminalität festgestellt werden. Diese Zahlen korrespondieren mit den durchgeführten Personenkontrollen und den festgestellten BtM Verstößen im Innenstadtbereich.

Aufgeklärt wurden 2.009 Straftaten. Die Aufklärungsquote im Jahr 2016 beträgt 66,8%, was einen Zuwachs um 1,4% im Vergleich zum Vorjahr bedeutet (2015: 65,4%). In 2016 wurden insgesamt 1.395 Tatverdächtige ermittelt, 90 mehr als 2015. Der Anteil der Nichtdeutschen unter den ermittelten Tatverdächtigen (TV) lag 2016 bei 282 TV, was 20,2% der ermittelten TV entspricht. Im Vorjahr (2015 wurden 204 nichtdeutsche TV ermittelt, was 15,6% der ermittelten TV entsprach. Bereits im Jahr 2014 war der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen merklich angestiegen (2014: 165 TV= 12,3%). Dieser Zuwachs um 78 TV im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist unter anderem durch die Flüchtlingswelle der letzten Jahre bedingt, die zu einem Ansteigen der Nichtdeutschen führte. Durch diese Tätergruppierung wurden im Jahr 2016 hauptsächlich Körperverletzungs- und Rohheitsdelikte sowie Eigentumsdelikte begangen. Im Bereich der Eigentumsdelikte wurden 118 TV im Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte ermittelt.  

Anstieg Betäubungsmittelkriminalität

Eine eklatante Steigerung der Fallzahlen ist auch bei den strafrechtlichen Nebengesetzen zu bemerken. Hier hat sich ein Anstieg von 50,9% vollzogen, was absolut 116 Fällen entspricht. Hierunter fällt auch die BtM-Kriminalität, weshalb sich dieser Anstieg erklären lässt. Da es sich bei der Betäubungsmittelkriminalität um sogenannte Holkriminalität (Delikte, die durch Kontrollen festgestellt; also nicht vom Bürger gemeldet werden) handelt, sind die steigenden Fallzahlen durch eine erhöhte Überwachung und nicht durch gestiegene Kriminalität zu erklären.

Anstieg Straßenkriminalität

Der Bereich der „Straßenkriminalität“ ist prägend von bestimmten Raubdelikten gestaltet: insbesondere handelt es sich um Straftaten auf öffentlichen Wegen und Plätzen, der gefährlichen und schweren Körperverletzung auf Straßen, Wegen und Plätzen, Diebstahlsdelikte mit Bezug zum öffentlichen Raum, der Sachbeschädigung an Kraftfahrzeugen sowie der sonstigen Sachbeschädigung auf Straßen, Wegen oder Plätzen. Insoweit ist für das Jahr 2016 erkennbar, dass die Straßenkriminalität im Vergleich zum Vorjahr um 78 von 422 auf 500 Fälle angestiegen ist. Dies ist ein Anstieg um 18,5%. Diese Entwicklung ist mit dem generellen Anstieg der Fallzahlen im Dienstbezirk der PI Idar-Oberstein zu erklären.

Jugendkriminalität

Insgesamt spiegelt das Lagebild in diesem Bereich die Anteile der Täter unter 21 Jahren aus dem Vorjahr wieder. Der Anteil der Jugendlichen und Heranwachsenden im Alter von 14 bis 21 (3399 Personen) beträgt im Kreis Birkenfeld 7,01% der Gesamtbevölkerung. Die Auswertung der Statistik zeigt, dass die Täter unterhalb des 21. Lebensjahres nach wie vor im Bereich der Körperverletzungsdelikte und hier insbesondere bei den „gefährlichen“ und „schweren“ Körperverletzungen, auch auf öffentlichen Wegen und Plätzen, im Vergleich zu ihrem Anteil an der Bevölkerung überproportional vertreten sind. So sind die Anzahl der jungen Tatverdächtigen im Bereich der Körperverletzungsdelikte im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Häufig waren gruppendynamische Prozesse, der übermäßige Konsum von alkoholischen Getränken und/oder Betäubungsmitteln mitursächlich und konfliktauslösend.

Die Polizeiinspektion Idar-Oberstein registrierte mit Ablauf des Jahres 2016 insgesamt 4 JMIT-Täter (jugendliche Mehrfach-Intensiv-Täter), 3 weniger als im Jahr 2015. Die Reduzierung der JMIT-Täter ist durch einen Umzug außerhalb des Dienstgebietes und ein Herausfallen aus dem Raster auf Grund des Alters zu erklären.

Die Polizei Idar-Oberstein hat in der Vergangenheit einen Schwerpunkt ihrer polizeilichen Arbeit in der Bekämpfung der Aggressionsdelikte und der Gewalt im öffentlichen Raum bei strikter Anwendung des integrativen Ansatzes und auch der kooperativen Zusammenarbeit mit Ordnungsamt und Jugendamt gesehen. Frühzeitige Kooperationsmaßnahmen mit Verantwortlichen und Sicherheitsunternehmen, in Verbindung mit örtlichen Schwerpunkten bei Veranstaltungen, zeigen positive Entwicklungen in der Kriminalitätsbekämpfungsstrategie. Gleichwohl muss der weiteren Entwicklung unter der besonderen Betrachtung der örtlichen Gegebenheiten auch in der Zukunft ein erhöhtes Augenmerk geschenkt werden.

Präsenz und gezielte Kontrollen an erkannten Brennpunkten werden weiterhin durch die Polizei Idar-Oberstein durchgeführt. Darüber hinaus werden weitere Präventionskonzepte entwickelt und entsprechende Veranstaltungen durchgeführt werden.

 

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