Kriminalitätslagebild 2016 im Bereich Baumholder

Nach wie vor lebt es sich relativ sicher im gesamten Bereich der Verbandsgemeinde Baumholder.

Im Jahr 2016 wurden im örtlichen Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Baumholder bei der Betrachtung der Gesamtkriminalitätslage (Bearbeitungs-zuständigkeit der Kriminalinspektion Idar-Oberstein und Polizeiinspektion Baumholder) insgesamt 442 Straftaten statistisch erfasst.  Gegenüber dem Vorjahr mit 459 Fällen bedeutet dies eine leichte Rücknahme um 17 Fälle (3,7 %).

Aufgeklärt wurden 277 Straftaten. Die Aufklärungsquote im Vergleich zum Vorjahr 2015 (63,4%) beträgt im Betrachtungszeitraum 2016 62,7 %.  Insgesamt wurden 228 Tatverdächtige ermittelt, 26 Tatverdächtige weniger als im Jahr 2015.

In der  Betrachtung von Straftaten in der sachlichen Bearbeitungszuständigkeit der Polizeiinspektion Baumholder liegt das Fallaufkommen mit 322 Fällen knapp unterhalb des Niveaus des langjährigen Mittelwertes von 355 Delikten. Die Aufklärungsquote lag mit 64 % deutlich über der durchschnittlichen Quote des 5-Jahreszeitraums von 58,32 %. Hier ist ein positiver Trend  zu verzeichnen.

 

Schnellübersicht der Schwerpunktdelikte im Bereich der Polizei Baumholder:

  • Rohheitsdelikte Körperverletzung, 64 Fälle (14,48 %)
  • Eigentumsdelikte, Diebstahl, 116 Fälle (26,24 %)
  • Vermögens- und Fälschungsdelikten, 77 Fälle (17,42 %)
  • Sachbeschädigung, 62 Fälle (14,03 %)
  • Besonders sozialschädliche Straftaten, die das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung nachhaltig beeinflussen (Straftatbestände unter dem Summenschlüssel der Straßenkriminalität)  steigen entgegen dem Vorjahrestrend.

 

In der Einzelbetrachtung liegen die Entwicklungen in der Veränderung der Straftatenanzahl im normalen „Schwankungsbereich“ der letzten Jahre.

Besonders sozialschädliche Straftaten, die das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung nachhaltig beeinflussen, konkret sonstige Sachbeschädigung auf öffentlichen Wege und Plätzen sind im Jahr 2016 von 9 Fällen (2015) auf 25 Fällen angestiegen. Dies bedeutet eine Zunahme von 16 Fällen und ist primär auf eine Deliktshäufung im Bereich des Schulzentrums Baumholder, sowie der Sportstätten und der Weiheranlage im Stadtgebiet Baumholder zurückzuführen. In Kooperation mit der Stadtverwaltung Baumholder, Verbandsgemeindeverwaltung Baumholder, sowie Kreisjugendamt Birkenfeld wurde ein Maßnahmenkatalog angedacht und abgesprochen. Unter anderem soll ab 2017 für den Bereich der Verbandsgemeinde Baumholder ein Streetworker eingesetzt  werden.

Im Bereich der Eigentumsdelikte ist bei den Diebstählen unter erschwerten Bedingungen (hierunter zählen auch Wohnungseinbruchsdiebstähle) im Vergleich zum Vorjahr erneut eine Abnahme von 42 auf 39 polizeilich bekannt gewordener Fälle zu verzeichnen. Somit kann der positive Abwärtstrend weiter fortgesetzt werden. Hier dürften die polizeiliche Präsenz in der Verbandsgemeinde Baumholder, entsprechende Kontrolltätigkeiten, verbunden mit einer wachsamen Bevölkerung, vermutlich den einen oder anderen Einbruch verhindert haben. Darüber hinaus werden auch 2017 erneut Präventionsveranstaltungen zum Thema Einbruchsschutz in der Bevölkerung angeboten.

Die Gesamttatverdächtigenzahl im Bereich der Jugendkriminalität ist im Vergleich zu 2015 wieder deutlich auf 18,9 % abgesunken und liegt somit wieder im Bereich des Anteils der Wohnbevölkerung in unserer Region .Den deutlichsten statischen Rückgang konnte im Bereich der tatverdächtigen Kinder und Jugendlichen verzeichnet werden. Die Zahl der beschuldigten Heranwachsenden im Alter von 18-21 Jahren blieb im Vergleich zu 2015 annähernd gleich.

Nach wie vor wird ein Großteil der Delikte (80 % der Fälle) von männlichen Tatverdächtigen begangen. Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen unter 21 Jahren liegt 2016 bei 4,8%.

Eine weitere Auswertung der Statistik belegt, dass Täter unterhalb des 21. Lebensjahres nach wie vor im Bereich der Rohheitsdelikte und Sachbeschädigungen überproportional vertreten sind. Häufig waren gruppendynamische Prozesse, sowie übermäßiger Konsum von Alkohol und/oder Betäubungsmittel mitursächlich und konfliktauslösend. Hier besteht ein möglicher Handlungsansatz für den ab 2017 im Bereich der Verbandsgemeinde Baumholder eingesetzten Streetworker.

Die Polizei Baumholder wird auch zukünftig einen Schwerpunkt ihrer polizeilichen Arbeit in der Bekämpfung der Aggressionsdelikte und der Gewalt im öffentlichen Raum bei strikter Anwendung des integrativen Ansatzes sehen.

Frühzeitige Kooperationsmaßnahmen mit Sicherheitspartner könnten zu positiven Entwicklungen in der Kriminalitätsbekämpfungsstrategie führen. Regelmäßige Kooperationen und enge vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Veranstaltern, Genehmigungsbehörde (auf kommunaler Ebene, Stadt- und Verbandsgemeindeverwaltung Baumholder), sowie unseren Sicherheitspartnern bei den US-Streitkräften in Baumholder könnten bei gleichzeitiger Anwendung der Präsenzstrategie zu einem nachweisbar positiven Erfolg beisteuern.

Präsenz und gezielte Kontrollen an erkannten Brennpunkten oder in der Bewältigung von Veranstaltungslagen im Zusammenhang mit Volksfesten oder ähnlichen Veranstaltungen, gemeinsam mit Ordnungsamt und Sicherheitspartnern zeigen eine gewisse Nachhaltigkeit. Die weitere Entwicklung im Zusammenhang mit der zukünftigen Tätigkeit des Streetworkers und einem mit der Kommune abgestimmten Maßnahmenpaket bleibt abzuwarten.

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