Kameradschaftsabend mit emotionaler Verabschiedung

Zu ihrem traditionellen Kameradschaftsabend hatte die Freiwillige Feuerwehr Idar-Oberstein in die Feuerwache 1 geladen.

Dazu konnten Bürgermeister Friedrich Marx und Wehrleiter Jörg Riemer neben den Feuerleuten aus Idar-Oberstein auch Vertreter befreundeter Wehren, der Polizei, von Hilfs- und Rettungsdiensten sowie zahlreiche Ehrengäste begrüßen.

Die Feuerwehr ist täglich im Einsatz

„Innerhalb von acht Minuten nach der Alarmierung muss die Feuerwehr vor Ort sein. Diese Zeitvorgabe hat sonst keiner, nur die Feuerwehr“, unterstrich der für den Brand- und Zivilschutz zuständige Dezernent, Bürgermeister Friedrich Marx, in seiner Ansprache. Dabei wüssten die Feuerwehrleute bei der Alarmierung oft nicht, was sie am Einsatzort tatsächlich erwarte. Die Bandbreite reicht von der Personensuche im Wald oder der Befreiung aus Aufzügen über die Rettung bei Verkehrsunfällen und Hilfeleistung bei Hochwasser bis hin zu den verschiedensten Brandeinsätzen. „Aber die Feuerwehr ist nicht nur schnell, sie arbeitet auch professionell“, hob Marx hervor. Dies sei nur durch eine fundierte Ausbildung, eine stetige Fortbildung und permanentes Training zu erreichen. Dabei sei auch eine starke Psyche notwendig, denn oftmals würden die Feuerwehrleute bei ihren Einsätzen mit schockierenden Erlebnissen konfrontiert - und würden dabei mitunter auch ihre eigene Gesundheit und ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen. „Und das alles leistet die Feuerwehr ehrenamtlich in ihrer Freizeit, das ist also ein ganz besonderes Engagement für die Sicherheit unserer Mitbürger.“ Daher bedankte sich Bürgermeister Marx auch im Namen des Rates, der Verwaltung und der Bürgerschaft bei den Feuerwehrleuten für dieses besondere Engagement.

In seinem Einsatz- und Tätigkeitsbericht führte Wehrleiter Jörg Riemer aus, dass die rund 160 aktiven Feuerwehrleute im vergangenen Jahr insgesamt 210 Einsätze absolvierten und 120 Brandsicherheitswachen stellten. Dazu kamen zahlreiche Übungen, Lehrgänge und Seminare sowie die Pflege und Wartung von Fahrzeugen und Geräten. „Das bedeutet, dass die Feuerwehrleute im Schnitt jeden Tag für ihr ‚Hobby‘ unterwegs sind“, so Riemer. Wobei der Feuerwehrdienst weit mehr sei als ein Hobby: „Wo sonst lassen Frauen und Männer alles stehen und liegen, wenn der Melder geht.“ Der Wehrleiter appellierte daher an Rat und Verwaltung, auch in Zukunft dafür zu sorgen, dass dieser wichtige Dienst geleistet werden kann. „Denn der Brandschutz ist eine Pflichtaufgabe der Kommune und kein Luxus“, so Riemer. Dabei wies er vor allem auch auf die große Bedeutung der Nachwuchsarbeit hin und bedankte sich ausdrücklich bei den Jugendwarten für deren wertvolle Arbeit.

Auch Oberbürgermeister Frank Frühauf hob in seinem Grußwort hervor, welche besondere Bedeutung der Feuerwehr für die Sicherheitslage der Stadt Idar-Oberstein zukommt. „Dabei ist vielen Menschen überhaupt nicht bewusst, was die Feuerwehr für sie leistet“, so der OB. Daher bemühe sich die Kommune auch, trotz der schlechten Haushaltslage in die Ausrüstung der Feuerwehr zu investieren. „Das wollen wir auch in Zukunft so beibehalten“, versprach Frühauf.

Interkommunale Zusammenarbeit gelobt

Landrat Dr. Matthias Schneider unterstrich, dass der Landkreis Birkenfeld in Sachen Katastrophenschutz gut aufgestellt sei. Dies verdanke man unter anderem auch zahlreichen Mitgliedern der Idar-Obersteiner Feuerwehr, die hier in vielfältigen Funktionen Verantwortung übernehmen. Als Beispiel hierfür nannte der Landrat die Atemschutzübungsstrecke des Kreises, die in der Feuerwache 1 in Idar-Oberstein untergebracht ist. 23 Jahre lang trug Hauptbrandmeister Kurt Helmut Edinger als Leiter die Verantwortung für diese Einrichtung und koordinierte die Ausbildung auf der Übungsstrecke, die jährlich von mehr als 500 Feuerwehrangehörigen durchlaufen wird. „Und jetzt haben wir die nicht alltägliche Situation, dass diese Verantwortung vom Vater an den Sohn weitergegeben wird“, so Dr. Schneider. Mit einem herzlichen Dank für die geleistete Arbeit und einem Geschenk entpflichtete der Landrat den Vater und übertrug die Leitung der Übungsstrecke auf dessen Sohn, Löschmeister Philip Edinger.

Auch Kreisfeuerwehrinspekteur Eberhard Fuhr hob die mittlerweile gute interkommunale Zusammenarbeit der Feuerwehren im Kreisgebiet hervor. Das sei früher durchaus anders gewesen, damals habe oft noch striktes Kirchturmdenken geherrscht. „Das gibt es heute nicht mehr, je nach Gefahrenlage wird ortsübergreifend alarmiert und gemeinsam ausgerückt“, so der KFI. Auch er dankte zahlreichen Idar-Obersteiner Wehrleuten für deren Engagement im Kreis und überreichte stellvertretend hierfür jeweils einen Firechief-Helm an Wehrleiter Jörg Riemer und Frank Knapp, den stellvertretenden Wachführer der Feuerwache 4.

Zahlreiche Ehrungen verdienter Feuerwehrangehöriger

Wie immer wurden im Rahmen des Kameradschaftsabends auch etliche Ernennungen und Beförderungen sowie Ehrungen ausgesprochen.

Für den aktiven Feuerwehrdienst wurden Julia Abrossinow, Nils Augustin, Luca Bender, Pascal Buch, Michael Fröhlich, Sascha Herrmann, Jonathan Lehmann, Jonas Ohliger, Felix Schöneck und Moritz Veeck verpflichtet.

Zur Feuerwehrfrau wurde Michelle Kretschmar, zum Feuerwehrmann wurden Adrian Bender, Leon Gottlieb, Eric Nees, Adrian Schulz, Devin Silva, Marcel Spengler und Fabian Willrich befördert.

Kimberly Schmied wurde zur Oberfeuerwehrfrau, Jürgen Forster, Tobias Gunst, Patrick Klein und Philipp Wild wurden zum Oberfeuerwehrmann befördert.

Eileen Haas wurde zur Hauptfeuerwehrfrau, Jonas Bender, Michael Eckhardt, Mario Mildenberger, Christopher Peeß und Kevin Reidenbach wurden zum Hauptfeuerwehrmann befördert.

Milena Frühauf wurde zur Löschmeisterin, Thomas Junker und Andreas Schmidt wurden zum Löschmeister, Andreas Rissling wurde zum Oberlöschmeister befördert.

Carsten Klein wurde zum Brandmeister, Wolfgang Frühauf zum Oberbrandmeister und Christian Priebe zum Hauptbrandmeister bestellt.

Für 25-jährige aktive pflichttreue Tätigkeit bei der Feuerwehr wurden Oberlöschmeister Torsten Inboden und Hauptbrandmeister Christian Priebe das Silberne Feuerwehr-Ehrenzeichen verliehen. Das Goldene Feuerwehr-Ehrenzeichen für 35-jährige aktive pflichttreue Tätigkeit bei der Feuerwehr wurde Brandmeister Volker Brust, Hauptfeuerwehrmann Thomas Diehl und Hauptbrandmeister Jörg Willrich verliehen.

Emotionaler Höhepunkt des Abends war die Auszeichnung von Oberbrandmeister Reiner Biermann sowie dessen gleich darauf erfolgte Entpflichtung aus dem aktiven Dienst. Biermann trat 1972 in den damaligen Löschzug Oberstein ein und war seither stets ein Aktivposten in der Idar-Obersteiner Feuerwehr, zuletzt als Mitglied des Führungsdienstes in der Feuerwehreinsatzzentrale. Für dieses 45-jährige Engagement wurde Reiner Biermann nun mit dem Goldenen Feuerwehr-Ehrenzeichen mit Eichenlaubkranz ausgezeichnet. „Das ist eine Leistung, die bisher nicht viele in Idar-Oberstein geschafft haben“, unterstrich Bürgermeister Marx. „Reiner Biermann war immer da, er hat unzählige Stunden in der Feuerwehrwache 1 und der Einsatzzentrale absolviert“, würdigte Marx dieses außergewöhnliche Engagement. Daher sei es auch sehr schade, dass er ihn nunmehr wegen Erreichen der Altersgrenze aus dem aktiven Feuerwehrdienst verabschieden müsse, „aber die Tür der Feuerwache 1 steht dir natürlich immer offen.“ Als Dank und Würdigung seiner Leistungen erhielt Reiner Biermann ein großformatiges Foto mit allen Einsatzfahrzeugen der Idar-Obersteiner Feuerwehr und von seinen Kameraden der Feuerwache 1 seinen Einsatzhelm mit allen Unterschriften der Aktiven. Gleich mehrfach erhoben sich alle Anwesenden von ihren Plätzen und spendeten dem so Geehrten stehenden Beifall, den dieser sichtlich bewegt entgegen nahm.

 

Michael Brill

 

 

 

 

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